Methodik

Eingebettete Emissionen berechnen: CBAM-Methodik

Veröffentlicht: 2026-03-27 Lesezeit: 2 Min.
Eingebettete Emissionen berechnen: CBAM-Methodik

Eingebettete Emissionen: Der Kern des CBAM

Die Berechnung der eingebetteten Emissionen ist das Herzstück des CBAM. Ohne korrekte Emissionsdaten keine korrekten Zertifikatskosten. Und ohne korrekte Kosten drohen Nachzahlungen und Strafen.

Eingebettete Emissionen umfassen alle Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung eines Produkts anfallen — von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Exportprodukt. Die CBAM-Verordnung unterscheidet dabei zwischen direkten und indirekten Emissionen.

Direkte Emissionen (Scope 1)

Direkte Emissionen entstehen unmittelbar im Produktionsprozess: Diese Emissionen muessen fuer alle CBAM-Waren berechnet werden. Die Grundformel: Direkte Emissionen = Brennstoffeinsatz x Emissionsfaktor + Prozessemissionen

Indirekte Emissionen (Scope 2)

Indirekte Emissionen stammen aus der Stromerzeugung fuer den Produktionsprozess. Im CBAM sind sie besonders relevant fuer Aluminium (extrem stromintensiv) und teilweise fuer Stahl (Elektrolichtbogenoefen).

Fuer Zement und Duengemittel spielen indirekte Emissionen eine untergeordnete Rolle. Die Verordnung regelt genau, fuer welche Produkte indirekte Emissionen einbezogen werden muessen.

Berechnungsmethoden

Es gibt drei Ansaetze:

1. Anlagenspezifische Berechnung

Der Hersteller im Drittland berechnet die tatsaechlichen Emissionen seiner Produktionsanlage. Das erfordert detaillierte Produktionsdaten: Brennstoffverbrauch, Stromverbrauch, Rohstoffeinsatz, Produktionsmengen.

Diese Methode liefert die genauesten Ergebnisse und fuehrt bei effizienten Anlagen zu niedrigeren CBAM-Kosten. Allerdings ist die Datenerhebung aufwendig — besonders wenn der Lieferant noch keine Erfahrung mit CO2-Berichterstattung hat.

2. Produktbezogene Standardwerte

Wenn keine anlagenspezifischen Daten vorliegen, kann der Importeur auf Standardwerte zurueckgreifen. Die EU veroeffentlicht Standardwerte pro Produkt und Herkunftsland. Diese basieren auf dem Durchschnitt der emissionsintensivsten 10% der Anlagen — sie sind also bewusst hoch.

3. Laenderspezifische Durchschnittswerte

Fuer bestimmte Produkte gibt es laenderspezifische Emissionsfaktoren. Diese liegen typischerweise zwischen den anlagenspezifischen Werten und den Standardwerten.

Verifizierung der Emissionsdaten

Ab 2026 muessen die eingebetteten Emissionen bei tatsaechlichen Lieferantendaten von einer akkreditierten Pruefstelle verifiziert werden. Wer stattdessen die EU-Standardwerte nutzt, ist von dieser Verifizierungspflicht befreit — eine der Vereinfachungen der Regelphase ab 2026. Bei tatsaechlichen Daten prueft die Pruefstelle:

Praktische Tipps

  1. Beginnen Sie fruehzeitig mit der Datenerhebung bei Ihren Lieferanten
  2. Nutzen Sie die EU-Vorlagen fuer die Emissionsberechnung
  3. Investieren Sie in eine CBAM-Software fuer die automatisierte Berechnung
  4. Nutzen Sie tatsaechliche Daten? Reservieren Sie rechtzeitig eine Pruefstelle — die Kapazitaeten sind begrenzt
  5. Dokumentieren Sie alle Schritte lueckenlos fuer die Pruefung

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)