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CBAM und China: Groesster Handelspartner, hoechste Relevanz

Veroeffentlicht: 2026-03-27 Lesezeit: 2 Min.
CBAM und China: Groesster Handelspartner, hoechste Relevanz

China und CBAM: Eine tektonische Verschiebung

China ist der mit Abstand groesste Produzent von Stahl (ueber 50% der Weltproduktion), Aluminium und vielen anderen CBAM-Waren. Obwohl der direkte Stahlexport in die EU relativ begrenzt ist, hat der CBAM enorme symbolische und strategische Bedeutung fuer die Beziehung zwischen Bruessel und Peking.

Chinas Exporte in die EU

ProduktMenge (geschaetzt)CO2-IntensitaetCBAM 2034 (70 EUR/t)
Stahlca. 3-4 Mio. t1,8-2,2 t/t126-154 EUR/t
Aluminiumca. 1-2 Mio. t14-18 t/t980-1.260 EUR/t
Duengemittelca. 0,5 Mio. t1,8-2,2 t/t126-154 EUR/t
Besonders dramatisch: Chinesisches Aluminium mit seinem kohlebasierten Strommix traegt CBAM-Kosten von ueber 1.000 EUR pro Tonne — das macht viele Importe unwirtschaftlich.

Chinas Reaktion

Peking verfolgt eine Doppelstrategie: Oeffentlich kritisiert China den CBAM als protektionistisch und droht mit WTO-Klagen. Gleichzeitig baut China sein eigenes Emissionshandelssystem aus — allerdings mit einem Preis von nur 8-12 EUR/t, deutlich unter dem EU-Niveau.

Das chinesische ETS ist auf den Stromsektor beschraenkt. Eine Ausweitung auf die Industrie wird diskutiert. Sollte China seinen CO2-Preis signifikant erhoehen, wuerde das die CBAM-Anrechnung verbessern — und die CBAM-Kosten fuer chinesische Exporte senken.

Handelsumleitung als Risiko

Ein reales Risiko: Chinesischer Stahl koennte ueber Drittlaender (z.B. Vietnam, Indonesien) umgeleitet werden, um den CBAM zu umgehen. Die EU hat Anti-Circumvention-Regeln vorgesehen, aber deren Wirksamkeit muss sich zeigen.

Strategische Auswirkungen

Der CBAM beschleunigt die Entkopplung der EU-China-Handelsbeziehungen im Industriesektor. Fuer europaeische Importeure bedeutet das: Diversifizierung der Lieferketten weg von chinesischer Abhaengigkeit wird nicht nur geopolitisch, sondern auch kostentechnisch sinnvoll.

Empfehlungen fuer Importeure aus China

  1. CBAM-Kosten fuer chinesische Importe detailliert berechnen
  2. Alternative Lieferquellen evaluieren (Indien hat aehnliche Probleme, aber Tuerkei/Suedkorea sind besser)
  3. Chinesische Lieferantendaten fruehzeitig anfordern
  4. Entwicklung des chinesischen ETS-Preises verfolgen
  5. Auf Handelsumleitung achten — die Behoerden tun es auch

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie betrifft der CBAM dieses Land?

Details zur CBAM-Betroffenheit finden Sie im Artikel.

Gibt es einen CO2-Preis in diesem Land?

Die Anrechnung haengt vom nationalen CO2-Preissystem ab — siehe Laenderanalyse im Text.

Wie reagiert das Land auf den CBAM?

Die Reaktionen reichen von Anpassung bis Protest — Details im Artikel.