Lieferantendaten: Die groesste praktische Herausforderung
Die technische CBAM-Berechnung ist machbar. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders: die benoetigten Emissionsdaten von Lieferanten in Drittlaendern zu bekommen. Viele Hersteller in China, Indien oder der Tuerkei haben noch nie CO2-Daten fuer ihre Produkte berechnet.
Welche Daten werden benoetigt?
Fuer die anlagenspezifische Berechnung brauchen Sie vom Lieferanten:
- Produktionsdaten: Jaehrliche Produktionsmenge des CBAM-Produkts
- Brennstoffverbrauch: Art und Menge aller eingesetzten Brennstoffe
- Stromverbrauch: Gesamtverbrauch und Stromquelle (Mix oder spezifisch)
- Prozessemissionen: Materialinput, der zu CO2-Freisetzung fuehrt
- Produktionsverfahren: Technologiebeschreibung (Hochofen, Elektrolichtbogenofen etc.)
Kommunikationsstrategie
Die Erfahrung zeigt: Wie Sie die Datenanfrage formulieren, entscheidet ueber den Erfolg.
Was funktioniert:
- Klare Erklaerung, warum die Daten benoetigt werden (gesetzliche Pflicht)
- Bereitstellung von EU-Standardfragebogen (mehrsprachig)
- Angebot von Unterstuetzung bei der Datenerhebung
- Hinweis, dass ohne Daten teure Standardwerte gelten
Was nicht funktioniert:
- Lange technische E-Mails an den falschen Ansprechpartner
- Unrealistische Fristen (unter 4 Wochen)
- Drohungen mit Lieferantenwechsel als erste Massnahme
Typische Hindernisse
| Problem | Loesung |
|---|
| Lieferant versteht CBAM nicht | Erklaermaterial in Landessprache bereitstellen |
| Daten nicht verfuegbar | Schrittweise vorgehen: erst Brennstoffdaten, dann detaillierter |
| Geschaeftsgeheimnis-Bedenken | NDA anbieten, nur aggregierte Daten pro Produkt |
| Kein Ansprechpartner | Ueber den Vertriebskontakt den Umwelt-/Qualitaetsmanager finden |
Fragebogen-Vorlage
Die EU-Kommission stellt offizielle Fragebogen-Vorlagen bereit, die an die Lieferanten weitergegeben werden koennen. Diese sind in mehreren Sprachen verfuegbar und decken alle benoetigten Datenfelder ab.
Empfehlungen
- Starten Sie die Datenanfrage mindestens 6 Monate vor der ersten Abgabefrist
- Nutzen Sie die EU-Standardfragebogen
- Bieten Sie Unterstuetzung bei der Datenerhebung an
- Setzen Sie klare Fristen mit Eskalationsstufen
- Bei dauerhafter Nichtlieferung: Alternative Lieferanten mit besserer Datenverfuegbarkeit suchen