CBAM und Russland: Sanktionen und Carbon Leakage
Russland: Doppelte Belastung durch Sanktionen und CBAM
Russland war bis 2022 einer der wichtigsten Lieferanten von Stahl, Aluminium und Duengemitteln in die EU. Die Sanktionen nach dem Ukraine-Krieg haben die Handelsbeziehungen drastisch veraendert. Der CBAM fuegt eine weitere Kostenebene hinzu — fuer die verbleibenden, nicht sanktionierten Lieferungen.Vor den Sanktionen
Russland lieferte jaehrlich rund 4-6 Mio. Tonnen Stahl, erhebliche Mengen Aluminium (RUSAL ist weltweit Nummer zwei) und war der groesste Duengemittellieferant der EU.Aktuelle Situation
Die meisten Stahlexporte sind durch Sanktionen eingeschraenkt. Aluminium und Duengemittel unterliegen teilweisen Beschraenkungen. Die verbleibenden Handelsstroemesind reduziert, aber nicht null.Fuer diese Restmengen gilt der CBAM zusaetzlich. Russland hat keinen CO2-Preis und keine Anrechnungsmoeglichkeit. Die CBAM-Kosten kommen auf die ohnehin schwierige Liefersituation obendrauf.
Carbon Leakage Richtung Asien
Ein unterschaetzter Effekt: Russische Stahl- und Aluminiumexporte, die nicht mehr in die EU gehen, fliessen nach China und Indien. Dort verdraengen sie lokale Produktion, die stattdessen in die EU exportiert wird. Dieses Resource Shuffling ist eine Form von indirektem Carbon Leakage, die der CBAM nur teilweise adressiert.Empfehlungen
- Pruefung der aktuellen Sanktionslage vor jedem Import
- Alternative Lieferquellen ausbauen
- CBAM-Kosten fuer verbleibende russische Lieferungen kalkulieren
- Resource-Shuffling-Risiken in der Lieferkette identifizieren
Haeufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie betrifft der CBAM dieses Land?
Details zur CBAM-Betroffenheit finden Sie im Artikel.
Gibt es einen CO2-Preis in diesem Land?
Die Anrechnung haengt vom nationalen CO2-Preissystem ab — siehe Laenderanalyse im Text.
Wie reagiert das Land auf den CBAM?
Die Reaktionen reichen von Anpassung bis Protest — Details im Artikel.