CBAM Magazin

CBAM

CBAM 2026: Erste Erfahrungen mit dem CO₂-Grenzausgleich und neue Anforderungen

Veroeffentlicht: 28.04.2026 Lesezeit: 3 Min.

CBAM 2026: Ein Jahr voller Anwendungsphase — was haben wir gelernt?

Der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU ist seit Januar 2026 in der vollständigen Anwendungsphase. Die Übergangsjahre 2023–2025 waren geprägt von Berichtspflichten ohne Zahlungspflicht. Nun ist Schluss damit: Importeure der betroffenen Sektoren müssen CBAM-Zertifikate kaufen und einreichen. Die ersten Monate zeigen ein gemischtes Bild.

Betroffene Sektoren in der Vollphase 2026:

  1. Stahl und Eisen (einschließlich einiger Downstream-Produkte)
  2. Aluminium
  3. Zement
  4. Düngemittel
  5. Elektrizität
  6. Wasserstoff

Was sich für Importeure konkret geändert hat

In der Übergangsphase (2023–2025) war die Hauptpflicht die quartalsweise Berichterstattung über importierte Mengen und eingebettete Emissionen. Keine Zahlung, kein Zertifikatkauf. In der Vollphase ab 2026 kommen hinzu:

PflichtDetailsFrist
ZertifikatskaufCBAM-Zertifikate für jede Tonne eingebetteter CO₂-äquivalenter EmissionenLaufend
JahreserklärungDeklaration aller im Vorjahr importierten Waren mit eingebetteten Emissionen31. Mai des Folgejahres
ZertifikateinreichungEinreichung der CBAM-Zertifikate entsprechend der deklarierten Emissionen31. Mai des Folgejahres
KontenführungCBAM-Konto im nationalen Register (Deutschland: DEHST)Vor erstem Import

CBAM-Zertifikatpreise 2026: Was kostet das wirklich?

Der CBAM-Zertifikatpreis ist direkt an den EU-ETS-Preis gekoppelt (wöchentlicher Durchschnittspreis des Vormonats). Im ersten Quartal 2026 lag der EU-ETS-Preis bei rund 65–70 €/Tonne CO₂ — ein leichter Rückgang gegenüber den Hochs von 2023 (100 €/t).

Konkrete Kostenbeispiele bei 65 €/t CO₂:

Herausforderungen in der Praxis

Die ersten Monate der Vollphase haben mehrere Schwachstellen offenbart:

Problem 1: Datenbeschaffung bei Lieferanten — CBAM verlangt die Angabe der tatsächlichen eingebetteten Emissionen (nicht Standardwerte) des Lieferanten. Viele Nicht-EU-Lieferanten, insbesondere aus China, Indien, und der Türkei, können oder wollen diese Daten nicht liefern. Die Folge: Importeure müssen auf Standardwerte zurückgreifen, die deutlich höher angesetzt sind und zu höheren Kosten führen.

Problem 2: Bürokratischer Aufwand — Schätzungen zeigen, dass mittelgroße Importeure 2–3 Vollzeitstellen für CBAM-Compliance benötigen. Das übersteigt für viele KMUs die erwarteten Kostenwirkungen des eigentlichen Zertifikatkaufs.

Problem 3: IT-Systeme — Das CBAM-Register (national und EU-weit) leidet unter technischen Problemen und langsamen Prozessen. Fristen wurden mehrfach verlängert.

Was Importeure jetzt tun müssen

Wenn Sie Waren aus den betroffenen Sektoren importieren und noch kein CBAM-Konto haben: sofortiger Handlungsbedarf. Verstöße können zu Geldbußen von mindestens 100 € pro nicht eingereichtem Zertifikat führen — plus mögliche Importbeschränkungen.

Checkliste für 2026:

  1. CBAM-Konto bei der DEHST (Deutsche Emissionshandelsstelle) einrichten
  2. Lieferanten kontaktieren und Emissionsdaten anfordern
  3. Fallback-Prozess für Standardwerte definieren
  4. CBAM-Compliance in Beschaffungsprozesse und Lieferantenverträge integrieren
  5. IT-System für CBAM-Reporting implementieren oder Dienstleister beauftragen

Mehr zu CBAM-Kosten und Berechnungsmethoden findest du in unserem CBAM-Kostenkalkulator und unserem umfassenden CBAM-Leitfaden 2026.

Häufige Fragen zu CBAM 2026

Wer ist von CBAM betroffen?

CBAM betrifft EU-Importeure von Waren aus den Sektoren Stahl und Eisen, Aluminium, Zement, Düngemittel, Elektrizität und Wasserstoff aus Drittländern. Die Pflicht gilt für direkte Importeure, die als CBAM-Anmelder registriert sein müssen.

Wie teuer sind CBAM-Zertifikate 2026?

Der CBAM-Zertifikatpreis entspricht dem wöchentlichen EU-ETS-Durchschnittspreis des Vormonats. Im ersten Quartal 2026 lag dieser bei rund 65–70 € pro Tonne CO₂. Der endgültige Kostenbetrag hängt von den eingebetteten Emissionen der importierten Waren und vom bereits im Ursprungsland gezahlten CO₂-Preis ab.

Was passiert, wenn man CBAM nicht einhält?

Verstöße gegen CBAM-Pflichten können zu einer Geldbuße von mindestens 100 € pro nicht eingereichtem Zertifikat führen — zuzüglich der normalen Zertifikatkosten. Bei Vorsatz oder wiederholten Verstößen können die Sanktionen deutlich höher ausfallen. Außerdem kann der Importeurstatus widerrufen werden.

Haeufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist von CBAM betroffen?

EU-Importeure von Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln, Elektrizität und Wasserstoff aus Drittländern.

Wie teuer sind CBAM-Zertifikate 2026?

Rund 65–70 € pro Tonne CO₂ im ersten Quartal 2026, entsprechend dem EU-ETS-Preis.

Was passiert, wenn man CBAM nicht einhält?

Mindestens 100 € pro nicht eingereichtem Zertifikat, plus möglicher Entzug des Importeurstatus.